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Korn-Ferry-Studie: Mehrheit von Investoren bewertet deutsche Top-Manager als zukunftsfähig

von EntrepreneurRATGEBER

Nur 18 Prozent der Investoren in China denken, dass die dort heute tätigen Managerinnen und Manager den Herausforderungen der Zukunft adäquat begegnen können. In Japan sind dies 20 Prozent, in Großbritannien 28 Prozent und in den USA immerhin 30 Prozent. Ein hohes Vertrauen in ihre Manager haben Investoren in Singapur (49 Prozent), Hong Kong (46 Prozent) und den Niederlanden (42 Prozent). Aber nur in Deutschland steht die Mehrheit der Investoren hinter dem heutigen Management.

“Wer in Deutschland investiert, weiß um eine exzellente Ausbildung und hohe Nachhaltigkeit des Managements”, sagt Holger Winzer, Leiter der Beratungseinheit für die Entwicklung von Top-Führungskräften bei Korn Ferry. “Vor allem im weltweiten Vergleich genießen deutsche Managerinnen und Manager ein exzellentes Ansehen was Loyalität und Veränderungsfähigkeit angeht. In Deutschland sehen wir uns da häufig deutlich kritischer, als andere auf uns schauen. Wir haben alle Chancen, die Zukunft selbst zu gestalten. Was nicht bedeutet, dass es nicht eindeutige Lernfelder gibt.”

Und so sind 58 Prozent der Investoren der Ansicht, dass die bisherige Führungskräfteentwicklung dazu geeignet ist, Kandidatinnen und Kandidaten hervor zu bringen, die Zukunftsfragen lösen können. Weltweit glauben dies durchschnittlich nur 42 Prozent. Trotzdem: 58 Prozent gehen davon aus, dass sich auch in Deutschland die Anforderungen an Führungskräfte innerhalb der nächsten Jahre deutlich verändern werden (weltweit durchschnittlich 67 Prozent). Und der Hälfte macht es durchaus Sorgen, dass es für künftige Top-Positionen nicht ausreichende Talente gibt (weltweit 62 Prozent).

Fünf entscheidende Fähigkeiten der Führungskraft der Zukunft

Das Korn Ferry Institute hat auf Basis wissenschaftlicher Studien (u.a. dem Global Innovation Index, World’s Most Admired Companies) fünf Fähigkeiten definiert, anhand derer sich die Zukunftsfähigkeit einer Führungskraft messen lassen kann. Die Fähigkeiten zur Antizipation von Zukunftsszenarien, zur Führung von Organisationen und Menschen, zur Beschleunigung von Prozessen, zur Zusammenarbeit mit Dritten sowie zum Herstellen von Vertrauen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Damit wurde auf Basis von 150.000 Profilen von Managerinnen und Managern weltweit ein Benchmark erstellt, der es ermöglicht, einen Einblick in die Stärken und Schwächen von Führungskräften in diesen Disziplinen zu bekommen.

Holger Winzer sagt: “Deutsche Führungskräfte schneiden weit überdurchschnittlich in der Optimierung und Beschleunigung von Prozessen und strategischer Arbeit ab. Ebenso gelingt es Ihnen, sowohl bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der individuellen Ebene als auch in der Gesellschaft Vertrauen herzustellen.” Auch hier liegen deutsche Managerinnen und Manager über dem Durchschnitt. Die Lernfelder dagegen sind Führung und Zusammenarbeit. Während die deutschen Managerinnen und Manager zumindest in der Führung zumindest noch knapp über dem internationalen Durchschnitt liegen, in den auch Länder wie Brasilien, China und Südafrika einfließen, schneiden sie bei der Zusammenarbeit und in der Kooperation mit internen und externen Partnern im weltweiten Vergleich unterdurchschnittlich ab.

Konstruktiver Umgang mit Konflikten muss noch gelernt werden

“Unser Benchmark attestiert, was in deutschen Unternehmen nach wie vor viel zu häufig Alltag ist: Silo-Denken innerhalb von Organisationen und einer eher mangelnden Kooperationsfähigkeit mit Dritten”, sagt Holger Winzer. “Wenn Strukturen und Prozesse einmal geschaffen sind, dann halten sich deutsche Führungskräfte auch daran. Das führt zu den viel gescholtenen verkrusteten Strukturen, die wir heute immer noch sehen. Und das behindert Innovationsfähigkeit, für die Kollaboration mit vielen internen wie externen Partnern wie Lieferanten oder wissenschaftlichen Einrichtungen unbedingt notwendig ist. Vor allem die USA haben hier sehr stark abgeschnitten. So falsch ist es also nicht, sich genau anzuschauen, wie die Gemeinschaft zum Beispiel im Silicon Valley funktioniert – auch heute noch.”

Dass die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit immer größer wird betonen auch die 798 Investoren: 65 Prozent von ihnen haben angegeben, dass sie von Mangerinnen und Managern heute erwarten, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens Zusammenarbeit diverser Gruppen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen zu ermöglichen. Eine Mehrheit der deutschen Investoren (54 Prozent) bestätigt diese Anforderung.

Holger Winzer sagt: “Natürlich führt die Zusammenarbeit mit Teams, die aus Persönlichkeiten mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen, aus unterschiedlichen Kulturräumen, aus unterschiedlichen Unternehmen und Abteilungen auch zu Konflikten unter den Beteiligten. In Deutschland wird dies gern als Problem gesehen, dabei ist dies Teil der Lösung. Denn der richtige Umgang mit Konflikten kann dazu führen, das genau dadurch neue Ideen auf den Tisch kommen, Probleme klar benannt und gelöst werden. Deutsche Führungskräfte müssen lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und sie als produktiv für die Weiterentwicklung von Produkten und Unternehmen zu betrachten. Darauf gilt es künftig auch einen Schwerpunkt in der Entwicklung von Mangerinnen und Managern zu legen.”

Über die Untersuchung: An der Befragung haben 795 Investoren und Analysten aus 18 Märkten weltweit teilgenommen. Die Befragten repräsentieren individuell mindestens ein verwaltetes Vermögen von > 1 Mrd. US-Dollar und insgesamt rund 50 Billionen US-Dollar. Die Bewertung der Managerinnen und Manager durch Korn Ferry erfolgt auf Basis von 150.000 Profilen von Führungskräften aus der ganzen Welt. Der Studienreport ‘The Self-Disruptive Leader’ kann hier heruntergeladen werden:

https://www.kornferry.com/self-disrupt?utm_source=web&utm_medium=home-video%22

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