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Frauen und Karriere: Frauen müssen zielorientierter und mutiger sein

von EntrepreneurRATGEBER

Knapp jede fünfte Frau arbeitet unbefristet und in Vollzeit – mit dem Alter steigt die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse

Nach wie vor sind Frauen unterrepräsentiert, wenn man sich die Verteilung der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland anschaut. Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter liegt nach Recherchen der internationalen Personalberatung Robert Walters in den großen Städten Deutschlands zwischen 33 und 37 Prozent. Berlin ist mit 37 Prozent Spitzenreiter in der Beschäftigung von Frauen, gefolgt von Frankfurt, Düsseldorf und München mit jeweils 36 Prozent sowie Köln und Hamburg mit je 35 Prozent. In Leipzig und Stuttgart werden mit 34 bzw. 33 Prozent die wenigsten Frauen beschäftigt.

Größtenteils arbeiten Frauen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen (39%). Diese Befristung nimmt bei Frauen mit dem Alter zu, beobachten die Headhunter. Bei jungen Frauen unter 30 Jahren liegt der Anteil von zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen bei etwa 40 Prozent. Frauen zwischen 30 und 40 Jahren sind zu 48 Prozent befristet angestellt und 53 Prozent der weiblichen Angestellten zwischen 40 und 50 Jahren arbeiten befristet. Lediglich 18 Prozent der Frauen sind unbefristet und in Vollzeit beschäftigt. Nahezu jede dritte Frau (29%) arbeitet in Teilzeit und 14 Prozent stehen in einem Praktikantenverhältnis.

„Wir beobachten, dass Frauen in Führungspositionen in Deutschland immer selbstverständlicher werden und Kinder nicht automatisch zum Karriereknick führen,“ erläutert Thomas Hartenfels, Director der Robert Walters Standorte in Köln und Düsseldorf. „Für Unternehmen, die auf New Work setzen, sind Kinder längst keine Karrierebremse mehr. Im Gegenteil, sie ermöglichen sowohl Müttern als auch Vätern ihren Beruf – auch in führenden Positionen – mit mehr Flexibilität und Freiheit auszuüben. Wir denken, dieses Konzept wird sich vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der Ausweitung von technologisiertem, mobilen Arbeiten weiter ausbreiten.“

Immer häufiger arbeiten Frauen in klassischen Männerdomänen

Betrachtet man sich die Branchen, in denen Frauen vornehmlich beschäftigt sind, so stehen die Sparten Bekleidung & Mode, E-Learning sowie Personalwesen & Recruitment auf den Top-Positionen im Ranking. Im Mittelfeld rangieren Marketing & Werbung, Biotechnologie sowie Recht & Legal. Die hinteren Plätze der Top Ten belegen die Branchen IT/Internet, Food & Beverage sowie Unternehmens- und Managementberatungen.

„In einigen Branchen erkennen wir eine Trendwende, wenn es um die Beschäftigung von Frauen in den historischen Männerdomänen geht“, stellt Thomas Hartenfels fest. „In Köln beispielsweise verzeichnen wir einen Anstieg weiblicher Mitarbeiter im IT-Sektor von elf Prozent. Auch die traditionelle IT Director Rolle ist mittlerweile zu acht Prozent von Frauen besetzt. Auch die Anzahl der Projektmanagerinnen steigt in der Domstadt um rund zehn Prozent, sodass man bald in diesem Bereich von einem ausgeglichenen Verhältnis sprechen kann.“

Für mehr Erfolg auf der Karriereleiter raten die Headhunter Frauen schon bei der Bewerbung ihre Zurückhaltung abzulegen und genau wie ihre männlichen Konkurrenten hoch zu pokern. Konkret bedeutet das, sich nicht von einzelnen Punkten einer Stellenausschreibung abschrecken zu lassen. Auch wenn nur zwei von fünf der geforderten Erfahrungen und Fähigkeiten zutreffen, sollten Frauen überlegen, ob die Stelle nicht doch passen könnte oder ob sie mit anderen Qualifikationen überzeugen könnten. So macht es auch die männliche Konkurrenz. Ist man erstmal zum Gespräch geladen, gilt es die persönlichen und fachlichen Stärken herauszustellen und zu kommunizieren. Bisherige Erfolge belegt man am besten mit konkreten Zahlen aus Projekten und Beispielen. Das gilt auch für spätere Gehaltsverhandlungen.

„Bis zu einer Unternehmenskultur, in der Frauen in Führungspositionen selbstverständlich sind, haben wir
in Deutschland noch einen weiten Weg vor uns,“ so Thomas Hoffmann, Director des Hamburger Büros von
Robert Walters, der sich darüber freut, dass inzwischen vermehrt konkrete Anfragen nach weiblichen
Potenzialträgerinnen bei ihm eingehen. „Um den Weg in die Führungsetage oder an die
Unternehmensspitze zu schaffen, sollten Frauen ihre Karriereplanung couragiert und fokussiert angehen
und sich immer wieder neue Ziele stecken. Für weibliche Young Professionals ist auch der Austausch mit
einem Mentor im Unternehmen sinn- und wertvoll.“

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